
Gedankenpflege
Deine Gedanken sind wie ein Garten. Du säst den Samen, begießt ihn, damit er zum Leben erwacht, pflegst ihn, damit er Blüte oder Früchte trägt und erntest, was Du gesät hast!
Denke das, was du fühlen willst, denn du lebst was du denkst!
Wenn ich Lust habe zu lachen, dann denke ich an eine Situation in meinem Leben, an eine Szene aus dem Fernsehen, einen Text aus einem Buch oder an sonst irgendetwas, worüber ich lachen kann.
Wenn mich etwas ärgert, überlege ich, ob ich mich ärgern will oder nicht. Wenn ja, schimpfe ich vor mich hin, beobachte mich dabei und es dauert nicht lange, dann kann ich herzhaft über mich selber lachen. Wenn ich mich nicht ärgern will, ändere ich meine Gedanken.
Wenn ich traurig bin, dann will ich weinen, aber nicht zu lange, dann will ich wieder lachen. Deshalb gebe ich mich meiner Traurigkeit hin und nehme sie an. Die Traurigkeit wird weniger, indem ich mich auf tröstliche Gedanken einlasse. Dadurch bin ich wieder zugänglich um Freude zu empfinden. Nach einer gewissen Zeit kann ich wieder lachen.
Ich lebe, was ich denke! Ich denke, was ich will!
Stell dir eine Fernbedienung vor, auf deren Tasten alle Gefühle beschriftet sind und per Tastendruck erlebst du genau das Gefühl, welches du haben willst. Wie würde dir das gefallen?
Würdest du dann immer nur auf positive Gefühle drücken? Was würde dann geschehen? Du würdest also nur noch mit absolut positiven Gefühlen durchs Leben gehen. Denkst du das wäre toll? Klar, denke ich auch. Doch es ist nicht immer angemessen. Stell dir vor, jemand schüttet dir sein Herz aus und du bist nur am grinsen. Kommt wohl eher nicht so gut an oder? Also legen wir die Fernbedienung mal zur Seite und kümmern uns um die Details.
Sehen wir uns an, was wir tun können, um im Einklang zu sein, was Denken, Handeln, und Fühlen betrifft.
Deine eigenen Gedanken, deine eigenen Gefühle und deine eigenen Handlungen sind wichtig!
Betrachten wir zuerst mal die Gedanken und die Gefühle. Wie unter dem Link Unsere Gefühle bereits beschrieben, gestaltest du selbst deine Gedanken und deine Gefühle. Während der kurzen Mentalreisen konntest du bemerken, wie das funktioniert und dass es funktioniert. Vielleicht ist es ja auch nichts neues für dich gewesen. Aber wie schafft man es nun, seine Gedanken umzuschalten, damit man die Gefühle haben kann, die man haben will?
Ein Beispiel:
Die Gedanken müssen passen!
Es nützt nichts, wenn du vor lauter Angst am liebsten wegrennen würdest, weil dein Chef dich zu sich gebeten hat. Du dir verzweifelt versuchst dir Gedanken zu machen, dass du keine Angst zu haben brauchst. Dir Mut zu machen indem du denkst, so schlimm wird es schon nicht werden und du dir versuchst vorzustellen, du seiest unbesiegbar.
Wenn du dir solche Gedanken machst, erreichst du damit nur, dass das Gefühl der Angst schlimmer wird. Erinnerst du dich? Gefühle sind Informationsquellen. Es gibt also einen Grund, warum du Angst fühlst und die Angst möchte dir etwas sagen. Es könnte zum Beispiel sein, dass diese Angst deshalb da ist, weil du als Kind vor einer Autoritätsperson Angst hattest, die dir weh getan hat. Und diese Angst kommt jetzt wieder, weil sie dir helfen will. Sie will verhindern, dass dir weh getan wird. Gefühle sind wichtig, aber sie können auch hinderlich sein. Nicht jedes Gefühl ist gerade dann wichtig und nützlich, wenn es auftaucht.
Trotzdem sind sie da um dir Informationen zu liefern. Wenn ich das weiß, kann ich meine Gedanken ändern. Dazu sollte ich mir das entsprechende Gefühl ansehen, mir Gedanken dazu machen und entsprechend handeln.In unserem Beispiel also:
Ich fühle Angst und frage mich warum. Wo kommt sie her, was will sie mir sagen. Erinnert mich diese Situation an eine ähnliche Situation aus meinem Leben oder ist diese Situation absolut neu für mich, so dass sie deshalb Angst auslöst? Ich gehe also in eine neutrale Betrachtung und sehe mir das Gefühl an, als wäre es eigenständig. Dadurch bekomme ich innerlich einen gewissen Abstand zu diesem Gefühl. Deshalb werde ich nicht über das Gefühl bestimmt, sondern ich selbst bestimme jetzt über das Gefühl.
Nun bin ich dazu imstande, das Gefühl zu lenken. Ich kann es erst mal hinten anstellen um mich auf das Gespräch mit meinem Chef zu konzentrieren. Ich kann auch mit dem Gefühl sprechen und es bitten, etwas zu warten, bis ich mich um es kümmern kann. Du solltest das allerdings in bestimmten Situationen nicht laut aussprechen, es könnte seltsam klingen. :-)
Wichtig dabei ist, dass du dem Gefühl Raum gibst, das heißt, du gehst zwar momentan auf Distanz, aber verleugnest es nicht. Jedes Gefühl, welches verleugnet wird, richtet irgendwann Schaden an.
Jetzt kannst du dir die passenden Gedanken machen. Solange dich das Gefühl im Griff hatte, waren deine Gedankengänge immer dieselben, du steigertest dich damit in das Gefühl hinein. Das ist manchmal sinnvoll, aber nicht in diesem Fall. In unserem Beispiel denken wir jetzt daran, dass der Chef auch nur ein Mensch ist mit Gefühlen und Gedanken, mit Vater und Mutter wie wir auch. Wir heben uns auf eine Ebene mit ihm. Nun können wir uns mit einem halbwegs neutralen Gefühl zu dem Gespräch begeben.Halten wir in Kurzform fest, was wir getan haben.
- Das Gefühl angesehen
- Die Gedanken dazu angesehen
- Abstand von dem Gefühl genommen, durch neutrale Betrachtungsweise
- Die Gedanken der Situation angepasst
- Eine entsprechende Handlung ausgeführt
Das mag dir im Moment vielleicht noch als langwieriger Prozess vorkommen, aber wie bei allem heißt es: Übung macht den Meister!
Du wirst mit der Zeit bemerken, dass du für manche Gedankenänderungen immer weniger Zeit brauchst. Die Gefühle wiederholen sich, lediglich die Zusammenhänge sind oft anders. Du brauchst auch nicht stundenlang zu grübeln, warum du gerade so fühlst und nicht anders. Damit würdest du dir mit den entsprechenden Gedanken nichts gutes tun. Im Gegenteil, du steigerst dich in das Gefühl immer weiter hinein.
Dies zu entscheiden liegt natürlich bei dir, denn manchmal macht es durchaus Sinn. Wichtig ist, dass du deine Gefühle ernst nimmst und sie nicht in den Hintergrund drängst. Deine Gefühle sind ein wichtiger Teil von dir. Wenn du sie missachtest, missachtest du dich im Grunde selbst.Noch ein Beispiel:
Du kannst es nicht haben, wenn deine Partnerin, dein Partner alleine ausgeht. Ständig kommen dir Bilder in den Kopf, wie sie/er sich mit anderen vergnügt. Das Gefühl der Eifersucht überkommt dich!
Was tun? Du kannst dich ins Auto setzen, ihr/ihm nachfahren und beobachten, ob deine Gedanken Wirklichkeit werden. Ich garantiere dir, eines Tages werden sie bei einem solchen Verhalten Wirklichkeit. Die Energie liegt wie immer in der Aufmerksamkeit.Aber da wir ja lernfähig sind und eine harmonische Partnerschaft möchten, wissen wir, dass diese Gedanken nur in uns selbst sind. Denn wir sind der Herr unserer Gedankenwelt.
Es ist also angebracht, sich die entsprechenden Gedanken anzusehen und sie zu ändern. In diesem Falle hinterfrage ich, warum ich eifersüchtig bin. Ist es ein Erinnerungswert aus meinem Leben? Bin ich schon mal betrogen worden? Stammt diese Eifersucht aus einer Verlustangst heraus?
Ich gehe also wieder in die neutrale Sichtweise und gewinne Abstand zu den Gedanken, welche die Eifersucht steigern. Ich mache mir also Gedanken über meine Gedanken. Ich überdenke die Situation neu und ändere meine Gedanken in die, die ich haben möchte. Will ich wirklich das Bild vor Augen haben und somit die Gedanken, wie mein Liebster/meine Liebste mit anderen mehr Spaß hat, als mit mir? Oder sehe ich lieber uns beide in trauter Gemeinsamkeit?
Du entscheidest, was du denken willst. Haben sich erst deine Gedanken geändert, ändern sich deine Gefühle. Ein anderer Handlungsspielraum entsteht.Es gibt Situationen im Leben, wo uns diese klugen Worte herzlich wenig nützen. In uns dreht sich das Gedankenkarussell und ein damit verbundenes Gefühlschaos. Das sind Situationen in denen wir dann jemand Außenstehenden brauchen der uns hilft unsere Gedanken und Gefühle anzusehen, sie zu sortieren und neue Sichtweisen zu erstellen. Solltest du in so einer Situation sein, bin ich gerne für dich da.
Ganz gleich, was Dich hindert oder vorantreibt, es sind stets deine eigenen Gedanken. Machst du deine Außenwelt dafür verantwortlich, gibst du damit deine Autonomie (Selbstbestimmung) ab.